LYRIKBOX
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Zislaute
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DAS GÄSTEBUCH


Erster Akt - Ein tragisches Schicksal  

Die Treu tat dem Mann einst ein Weibe geloben,
den Kindern auch, Hänsel und Gret, von Herrn Krimm.
Doch war ihnen Not um den Leibe gewoben,
wie oft in den Märchen, konkret von Herrn Grimm.  

So ging's ihnen schlecht, da sie Hunger bejagte,
und niemand stand da diesen Ärmlichen bei.
Das Dasein der  Kinder, zwei junger, behagte
wie's Kuckucksgeschenk vom erbärmlichen Ei.  

Es war so ihr Durst nur mit Tunken erträglich,
ihr Hunger mit Moos, von den Schindeln gekaut.
Auch war von den Bränden betrunken er täglich.
Herr Krimm hat nicht oft zu den Kindeln geschaut.    

Zweiter Akt - Die Aussetzung im Wald
 
 
So gab man sich hin, baldig, ganz der Verschwörung,
hat sich ins Gehölz, zwecks Verpflichtung, verlegt.
Dort trennte man sich von dem Schwanz der Vergörung,
hat ihn noch mit Brot auf der Lichtung verpflegt.  

Alleine, doch ganz ohne tätliche Spuren,
so bangten die Kinder nun, bäumlich beringt.
Sie  gingen des Nachts gleich auf spätliche Touren,
verirrten sich kläglich, wohl räumlich bedingt.  

'nen Ausweg schien's hier nicht belegend zu geben,
selbst wenn Gret mit wehendem Rockend da lief'.
Doch schien hier ein Weib in der Gegend zu leben,
weil lauthals ihr Stimmchen  verlockend da rief.    

Dritter Akt - In Gefangenschaft
 

Sie sorgte sich rührend im Häuschen, dem knappen:
"Hier ist es an Tränken und Speisen nie rar!
Ergötzt euch am Knuspern und Knäuschen, dem Happen.
Am Essen nach endlosen Reisen nie spar!"  

Sie lockte das Hänschen mit süßenden Bohlen,
behielt es mit Milchschokolädchen zur Mast.
Doch kauerte Gret bald auf büßenden Sohlen.
Es wurde der Hexe das Mädchen zur Last.  

Das Hänschen versorgte sie, baumelnd, mit Torte,
doch wurd es nicht fett. An den Tücken stets lag's;
Es zeigte der Hexe ( leicht taumelnd, mit Borte)
ein Zweiglein als Finger durch Lücken stets tags.    

Vierter Akt - Hurra, die Hexe brennt!
 

Die Gret hieß als Magd  es zur Scheuer zu führen,
um Ruß aus des Steinofens Loch dort zu kehren.
Die Hexe gedachte bald Feuer zu schüren
und Gret den Berufe von Koch dort zu lehren.  

Ein Knurren ging aus von dem knickrigen Magen.
Sie schickte bald Gret in die Scheune, die breit,
zu kochen den leider zu mickrigen Knaben.
"Es sind nur von blässlicher Bräune die Scheit!"  

So kam sie gerannt bald, die Hexe, der Flure.
"Das Feuer, es brennet nicht froh - ohne List!"
Da stieß Gret die Hex'. Die Reflexe der Hure,
die waren gar spärlich. Sie loht' ohne Frist.    

Fünfter Akt - Die Heimkehr  

Noch lang hat die Gret dann mit Hänschen gerangelt,
nachdem sie den Käfig der Decke entsteckt.
Kaum ist  sie von Brüderchens Ränzchen gehangelt,
hat Gret gleich viel Geld im Verstecke entdeckt.  

"Fortuna, Fortuna will Gulden uns scheißen!"
Es waren die Taschen im Gleiten gezückt.
"Nach Hause!  Wir kaufen ohn' Schulden uns Geißen.
Der große Fang ist uns beizeiten geglückt!"  

Ihr Vater, der tat sich im Singlesein schlagen,
es ging seine Frau voller Grimm, samt dem Kram.
Die Kids kehrten heim; muss nun Schlingel sein, sagen,
hier endet das Märchen von Krimm samt dem Gram.  

 
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