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DAS GÄSTEBUCH


Verboten ward ihm, was von Menschengeschlecht,
verwehret, was selbst von jungfräulicher Haut.
So wurde aus Eiche und Ginstergeflecht,
aus Blüten geboren dem Luth seine Braut.  

Ihr Herz ward geflochten, ein Mädesüßkranz,
dem Frühling erblühend, und ihrem Gemahl.
Ihr Lächeln ward Funkeln, ein herrlicher Glanz,
als wärd es der Sonne von Lichte ein Strahl.  

Oh Blodeuwedd, Mädchen aus Blüten geboren,
wird Eichenlaub jemals dein Herze umfloren?  

Nach mondlangen Zyklen, dem Manne stets treu,
ergab sich ihr Sommer der fruchtsüssen Last,
verschenkte den Apfel der Liebe nun neu
dem Goronwy, weilend im Hause als Gast.  

Die Liebenden sannen dem Luth seinen Tod,
dem Gott seines Daseins mit Finte und Speer.
Von beiderlei Waffen des Lebens bedroht,
entfloh er als Adler, ward Gott nimmermehr.  

Oh Blodeuwedd, Mädchen aus Blüten geboren,
wird Ginster mit Dornen dein Herze umfloren?  

Auf Rache bedacht, schworen Gwydion und Math
der Tochter aus Blüten bald Winter zu sein.
Gewahr der dem Lichte geheiligten Saat,
verbannten sie jene in nächtlichen Hain.  

Sie wurde Legende aus ältesten Tagen,
fand Heimat forthin nun im dunkelsten Wald.
Zur spätesten Stunde, da hört man ihr Klagen,
dem Mondlicht verbunden in Eulengestalt.  

Oh Blodeuwedd, Mädchen aus Blüten geboren,
wir Mädesüß je noch dein Herze umfloren?  

 
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